FAQ

Entscheid HFP

Was ist der Mehrwert einer HFP?
Wieso soll man nach einer kantonalen Prüfung, einer Fachrichtungsprüfung oder dem OdA-Zertifikat noch eine HFP absolvieren?

Die HFP ist ein eidgenössisch anerkannter Berufsabschluss mit geschütztem Titel im Bereich der Höheren Berufsbildung. Der Stellenwert eines solchen offiziellen Abschluss in der Gesellschaft und im Gesundheitswesen wird eine wachsende Bedeutung erlangen. Die Zusammenarbeit oder Anstellungen im öffentlichen Gesundheitswesen werden dadurch zukünftig erleichtert.

Wer braucht den Titel dieser HFP?
Was geschieht mit meiner bisherigen kantonalen Bewilligung?

Die genauen Konsequenzen, welche dieser neue offizielle Berufsabschluss zukünftig haben wird, sind noch nicht absehbar. In einigen Kantonen sind gemäss den aktuellen Gesundheitsgesetzen diejenigen Tätigkeiten, welche nun in der HFP mit eidgenössischem Diplom geprüft werden, zukünftig bewilligungspflichtig.

Dies bedeutet aber nicht zwingend, dass nun diese Diplome auch die Voraussetzung für eine kantonale Zulassung werden, diese hängt von der jeweiligen kantonalen Ausführungs-Verordnung ab. Für bestehende Bewilligungen sehen Kantone im Allgemeinen ein Gewohnheitsrecht mit langen Übergangsregelungen vor. Solche werden auch von der OdA AM von den Kantonen gefordert.

Was unterscheidet die Abschlüsse der HFP AM und KT?

Die Abschlüsse sind in den Kernkompetenzen mit den wichtigen Berufs-Rollen sehr unterschiedlich. Im Vordergrund steht bei AM neben der Fachrichtung (alternativmedizinisches Gesamtsystem) v.a. die Rolle als Erstanlaufstelle. Hier besteht auch im Bereich der Ausbildungen keine Durchlässigkeit, was hingegen bei den ergänzenden Berufskompetenzen weitgehend der Fall ist.

In welcher Fachprüfung kann die HFP NHP abgeschlossen werden?

Die HFP kann derzeit (Stand 2015) in den folgenden Fachrichtungen abgeschlossen werden:

  • Ayurveda-Medizin
  • Homöopathie
  • TCM
  • TEN

Diese vier Fachrichtungen haben 2014 ein entsprechendes Anerkennungsverfahren durchlaufen.

Braucht es das Diplom um als Leistungserbringer im Rahmen der Zusatzversicherungen zugelassen zu werden?

Die Krankenversicherer begrüssen den neuen Diplomabschluss und die damit verbundene Qualitätssicherung. Zur Zeit ist aus ihrer Sicht aber die bisherige Zulassung via Registrierungsstellen ausreichend.

Die OdA AM und KT haben vor eine (zusätzliche) eigene Registrierungsmöglichkeit für Personen mit einem Zertifikat oder Diplom einzurichten.

Wieso wird das Diplom via HFP und nicht wie im Gesundheitswesen üblich mit einer Höheren Fachschule geregelt?

Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT hat im Sommer 2010 der OdA AM signalisiert, dass in den nächsten Jahren ein eidgenössisches Diplom nur via Höhere Fachprüfung möglich sei. Die OdA AM hat deshalb ihre Strategie entsprechend angepasst und erarbeitete im Rahmen der Berufsfeldanalyse und der nachfolgenden Arbeiten die Voraussetzungen zur Schaffung einer solchen Prüfung für die nichtärztliche Alternativmedizin.

Besitzt die OdA AM, eine Lizenzierung vom Bund, die sie befähigt, ein eidgenössisches Diplom auszustellen?

Die OdA AM hat für die Durchführung der Höhere Fachprüfung zum Naturheilpraktiker mit eidgenössischem Diplom / zur Naturheilpraktikerin mit eidgenössischem Diplom beim Bund eine Prüfungsordnung eingereicht. Die OdA AM ist dafür laut BBG die zuständige und ermächtigte Trägerorganisation weil in ihr alle wesentlichen Organisationen Mitglied sind. Die Diplome werden vom Bund nach bestandener Prüfung und nach entsprechender Meldung durch die QSK der OdA AM abgegeben.

Grundlagen

Wie ist dieses Berufsbild entstanden?

Das Berufsbild entstand im Rahmen der Berufsfeldanalyse durch die beiden OdA AM und KT (2012). Dazu wurden erfahrene Praktiker / Praktikerinnen zu ihren Tätigkeiten sowie Berufsrollen befragt, es wurden Berufssituationen und dafür erforderliche Kompetenzen erfasst. Diese Kompetenzen und Rollen sind die Basis für das Kompetenzprofil. Das Berufsbild ist vor der Genehmigung bei den Mitgliedverbänden und wichtigsten Steakholdern breit vernehmlasst worden.

Welche Bewandtnis hat das Grundlagendokument Alternativmedizin?

Das Dokument Grundlagen der Alternativmedizin stellt das gemeinsame, fachrichtungsübergreifende Verständnis der therapeutischen Basis des neuen Berufes dar.

Wozu soll ich das Berufsbild kennen?

Das Berufsbild Naturheilpraktiker definiert die Rollen und Kompetenzen des neunen Berufes. Es stellt die Grundlage dar für die HFP und zeigt (zusammen mit den Modulbeschrieben und Ausbildungs-Ressourcen) somit das entsprechend zu erreichende Prüfungsniveau auf.

Reglemente

Wer bestimmt die Inhalte der Prüfungsordnung?

Die Prüfungsordnung (PO) wurde von der Trägerorganisation der HFP, der OdA AM erstellt und durch das SBFI öffentlich ausgeschrieben und genehmigt. Die PO wurde bei den Mitgliedorganisationen mehrfach vernehmlasst und in der DV genehmigt. Die PO wird periodisch durch die QSK mit den notwendigen Anpassungen versehen, von den Delegierten der OdA AM formal genehmigt und dem SBFI zur offiziellen Genehmigung eingereicht.

Die PO ist in diversen Punkten sehr allgemein formuliert, wo finde ich Details zu einzelnen Punkten?

In der Wegleitung (WL) werden die wesentlichen Details und genauen Abläufe dargestellt. Die begleitenden Dokumente und Anhänge dazu sind weiterführende Bestimmungen und Präzisierungen.

Wieso sind die Zulassungsbedingungen zur HFP so umfangreich?

Die Zulassungsbedingungen zur HFP unterliegen grundsätzlich den Vorgaben des Berufsbildungsgesetzes und den Vorschriften der Höheren Berufsbildung (Tertiär B). Das SBFI hat dazu einen Leittext vorgegeben, der den Rahmen vorgibt.

Die HFP NHP ist zudem eine modularisierte Prüfung mit erforderlichen Modulabschlüssen und einer Schlussprüfung.

Das Niveau der Zulassungsregelungen nimmt selbstverständlich auch Rücksicht auf den sehr verantwortungsreichen Beruf.

Zulassung

Was sind die relevanten Daten für die Berechnung der 5 oder 10 Jahre Berufserfahrung als Zulassungsbedingung gemäss Übergangsregelungen bei PO 9.11 und 9.12?

Entscheidend für die Berechnung des Umfangs der Berufserfahrung ist der Stichtag. Stichtag ist das Datum des Anmeldeschlusses für jene Prüfung, zu welcher Sie sich anmelden.

Werde ich mit einem ausländischen Ausbildungsabschluss zur HFP zugelassen?

Entweder kann via Übergangsregelung für langjährige Praktizierende zugelassen werden oder dann via Gleichwertigkeitsverfahren und Beantragung des OdA-Zertifikat inklusiv Gleichwertigkeit für das Mentorat M7.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich bei einem Bildungsanbieter frühere Lernleistungen anerkennen zu lassen und damit verkürzte Module und Modulabschlüsse zu besuchen.

Wie sind die Zulassungsmöglichkeiten wenn die Berufspraxis ein paar Jahre zurückliegt oder Unterbrechungen aufweist?

Entscheidend ist die Summe der Berufsjahre bis zum Stichtag (siehe oben). Wenn Sie länger nicht praktiziert haben, so müssen Sie zumindest die geforderte Weiterbildung während dieser Jahre erfüllt haben, ansonsten können Sie nicht nach der Übergangsregelung zugelassen werden.

Welche Bedeutung hat das OdA-Zertifikat?

Das OdA-Zertifikat bezeugt den erfolgreichen Abschluss der Module M1 - M6 oder deren Gleichwertigkeit. Es ist damit eine Zulassungsvoraussetzung zur HFP und soll eine Mentoratszeit (M7) im Sinne einer selbständigen Praxistätigkeit ermöglichen.

Kann ich mit dem OdA-Zertifikat in allen Kantonen eine Praxistätigkeit aufnehmen?

Dies hängt von den jeweiligen Gesetzesbestimmungen in den Kantonen ab. Das Zertifikat erfüllt aber in den meisten Kantonen, ohne vorgeschriebene kantonale Prüfung, die Ausbildungsvorschriften, welche für eine Praxisbewilligung notwendig sind. Es obliegt jedem Therapeuten, sich selbst darüber beim Kanton zu erkundigen.

Kann ich bei Vorliegen entsprechender Supervision auch den Mentoratsabschluss M7 via Gleichwertigkeitsverfahren (GWV) beantragen?

Ja, bei einer zum Mentorat gleichwertigen Supervision kann dieser Modul-Abschluss via GWV erworben werden.

Ich verfüge über keinen Berufsabschluss wie einen Berufsabschluss, Maturität, etc. (Sekundarstufe II). Was ist "äquivalent" dazu?

Die Liste für eine Äquivalenz wird bald auf der Website der OdA AM aufgeschaltet.

Modulabschlüsse

Können mehrere Fachrichtungen an einer HFP abgeschlossen werden?

Die HFP-Diplome sind fachrichtungsspezifisch, bzw. die HFP Prüfung ist fachrichtungsspezifisch und kann deshalb nur in einer Fachrichtung abgeschlossen werden. Es ist aber grundsätzlich möglich, zusätzliche Fachrichtungen in einer weiteren Prüfung zu absolvieren.

Welche Therapiekonzepte müssen für die Fachrichtung TCM beherrscht werden?

Je nach gewähltem Schwerpunkt in der Fachrichtung TCM kann dies Akupunktur/Tuina oder Traditionelle chinesische Arzneitherapie sein (s. Leitfaden HFP, 5.2.3.a)

Welche (wie viele) Schwerpunkte sind möglich in der Fachrichtung TCM?

Zur Zeit sind die drei Schwerpunkte Akupunktur, Traditionelle chinesische Arzneitherapie oder Tuina möglich.

Können in der Fachrichtung TCM auch mehrere Schwerpunkte an einer HFP abgeschlossen werden?

Dies ist grundsätzlich möglich, wenn die entsprechenden Bedingungen gemäss der Übergangsregelung TCM eingehalten werden.

Was muss man in der Fachrichtung TEN an der HFP beherrschen?

Für langjährige Praktizierende gemäss den Übergangsregelungen gelten die nächsten 7 Jahre die in der Übergangsregelung Anforderungen TEN definiert sind.

Kann ich sichergehen, dass an der HFP die eingesetzten Experten den von mir gewählten Schwerpunkt beherrschen, bzw. meine Therapierichtung kennen?

Ja, die Experten an der HFP werden gemäss den gemachten Angaben in der Anmeldung ausgewählt. An der HFP ist es ausserdem die Aufgabe des Kandidaten / der Kandidatin, ihr spezifisches Therapieverständnis zu demonstrieren und das Vorgehen zu begründen.

Anmeldung

Wo kann ich spezifische, persönliche Fragen stellen zur Anmeldung für die HFP?

Spezifische Fragen, die über die hier und auf der Website veröffentlichten FAQ hinausgehen, können via vereinbartem (und kostenpflichtigem) Beratungsgespräch erörtert werden. Beim Prüfungssekretariat kann für ein solches Gespräch angefragt werden.

Kann ich die Prüfung in meiner Muttersprache absolvieren?

Gemäss Prüfungsordnung ist garantiert, dass die Prüfung in den drei Landessprachen Deutsch, Französisch und Italienisch absolviert werden kann. Weitere Sprachen sind nicht möglich.

Höhere Fachprüfung

Welche Art Patienten eignen sich für die Prüfung im P4?

Im Dokument „Vorgaben Patientenrekrutierung“ stehen die Details zur Auswahl der Patienten. Es sind normale, alltägliche Pathologien gewünscht.

Muss die Einverständniserklärung der Patienten für die Fallstudie P1 an die OdA gesandt werden?

Nein. Die Erklärung bleibt beim Kandidaten, so bleiben die Patienten anonym. Das Dokument muss aber auf spezielles Verlangen der QSK zur Einsicht (Stichproben) gegeben werden.

Was ist genau gemeint mit einem „Patienten mit chronischen Beschwerden“ für die Beschreibung in der Fallstudie P1?

Es geht darum Patienten auszuwählen, deren Erkrankungen und Beschwerden keine spontane Selbstheilungstendenz haben und ohne ursächliche Behandlung keine Besserung aufweisen und über Jahre weiterbestehen oder sich zunehmend verschlechtern. Es sind dies sich langsam entwickelnde und/oder lange andauernde Erkrankungen, die auch aus akuten Schüben (z.B. Migräne) bestehen können.

Muss der Patient für die Fallstudie während der ganzen Betreuungsphase behandelt werden, auch wenn er schon nach 2 Monaten wieder gesund ist?

Es müssen die Behandlungs- oder Betreuungsprozesse des Patienten und Beobachtung des Fallverlaufes während eines Zeitraumes von mindestens sechs Monaten beschrieben werden. Der Verlauf des Falles musste also während dieses minimalen Zeitraumes verfolgt worden sein auch wenn keine andauernden therapeutischen Massnahmen notwendig waren.

Wann kann/muss mit der Fallstudie begonnen werden?

Die Fallstudie kann grundsätzlich jederzeit geschrieben werden, wenn die minimalen 6 Monate Betreuungszeit des ausgewählten Patientenfalles vorliegen. Die Betreuungszeit wird also in der Vergangenheit liegen. Sie muss aber spätestens am verlangten Eingabetag der OdA AM vorliegen. Sie muss ausserdem gemäss den bei der Ausschreibung (aktuellen) gültigen Dokumenten (Wegleitung und Leitfaden P1) erstellt sein.

Müssen die einzelnen Konsultationen nach IPRE durchgeführt worden sein oder können sie auch ohne IPRE, nach eigenem System dargestellt werden?
Besteht man die Prüfung nur, wenn alles nach IPRE behandelt und verfasst wurde?

Im Fallbericht müssen die Phasen des Arbeitsmodells IPRE = Informieren, Planen, Realisieren, Evaluieren entsprechend erkennbar sein. Informationen zum Fallverlauf sollten also möglichst nach diesem Schema gruppiert sein. Diese Phasen sind in der Praxis nicht immer klar aufgeteilt, bzw. haben oft fliessende Übergänge und müssen nicht als starren Ablauf gegeben sein. Erwartet wird, dass zu allen 4 Prozess-Schritten die jeweiligen Inhalte (gemäss Leitfaden 5. a-d) beschrieben sind.

Können bei der Voraussetzung von zwei Jahren Berufspraxis in der Fachrichtung (gemäß Art. 3.31 b) der Prüfungsordnung) allfällige absolvierte Praktika miteinbezogen werden?

Nein, Praktika sind Teil der Ausbildung (siehe Dokument „Modulabschlüsse“) sie können nicht zur Berufspraxis (im Sinne des Mentorat M7) nach Abschluss aller Ausbildungsteile angerechnet werden.

Nach der Prüfung

Kann ich eine Kopie der Prüfungsbeurteilung durch die Experten erhalten?

Nein, die reinen Beurteilungsdokumente sind interne Prüfungsdokumente, welche nicht einsehbar sind. Eine Einsicht in das massgebende Beurteilungsprotokoll ist aber im Rahmen einer offiziellen Prüfungseinsicht (für nicht bestandene Prüfungsteile) möglich. Von diesem Beurteilungsprotokoll kann danach gegen eine Aufwandentschädigung eine Kopie abgegeben werden.

Wie oft kann ich die Prüfung wiederholen?

Die Möglichkeit zur Wiederholung der Prüfung oder einzelner Prüfungsteile ist in der PO (Artikel 6) aufgeführt. Es ist eine zweimalige Wiederholung möglich.

Kann mit dem HFP-Diplom NHP in allen Kantonen praktiziert werden?

Das neue NHP Diplom ist momentan noch nicht von den Kantonen als offizielles, mögliches Bewilligungskriterium zum Praktizieren anerkannt. Die diesbezüglichen Anpassungen der kantonalen Verordnungen brauchen jeweils längere Zeit. Es obliegt jedem Therapeuten, sich darüber beim Kanton selber zu erkundigen, ob mit dem Diplom im entsprechenden Kanton praktiziert werden kann.

Werden für die Praktizierenden der Alternativmedizin im Rahmen der Zusatzversicherungen zukünftig die Diplome eine Voraussetzung um als Leistungserbringer anerkannt zu werden?

Die bisherigen Verlautbarungen der Krankenversicherer lassen hier eher eine zurückhaltende Politik erwarten. Die Versicherer wissen, dass erst in ca. 10 Jahren genügend Diplomierte vorhanden sind um die Bedürfnisse der Bevölkerung abzudecken. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass Diplomierte zukünftig bessere Vergütungskonditionen erhalten könnten.